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Ipek Ipekçioğlu

DJ Ipek


Die türkischstämmige Deutsche, die offen homosexuell lebt, studierte Sozialpädagogik. Ihre Diplomarbeit schrieb sie 1997 über das Thema Lesbisch und Türkisch! Ein Widerspruch!? Selbstbild der lesbischen Immigrantinnen der 2. Generation aus der Türkei, die ihren Lebensmittelpunkt in der BRD haben. Eine Reihe ihrer späteren Aufsätze zu Identitätspolitik und Homosexualität wurden in Fachzeitschriften bzw. -büchern veröffentlicht. Bezüglich dieser Themen tritt sie auch als Referentin auf und findet Erwähnung in den Medien. In einer vom Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie des Landes Schleswig-Holstein herausgegebenen Publikation wurde auf ihren Beitrag in Vom anderen Ufer. Lesbische und schwule Migrantenjugendliche (2000) Bezug genommen. Daneben ist sie Co-Autorin des Bandes Lebenswelten von Migrantinnen und Migranten in Berlin (2001), der in der Reihe Dokumente lesbisch-schwuler Emanzipation erschien und von der Berliner Senatsverwaltung herausgegeben wurde.

Nach dem Studium bildete sich Ipekçioğlu im Bereich Eventmanagement weiter und hostet heute u.a. das „postmigrantische“ Künstlernetzwerk Kanakwood.

Die politisch und sozial engagierte Akademikerin gehört zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreis Migranten unterschiedlicher sexueller Orientierung (Amuso) und der „Gays & Lesbians aus der Türkei e.V.“ (GLADT). Auch aktiv ist sie in der in Anlehnung an Feridun Zaimoglus Buch Kanak Sprak entstandenen Aktivistengruppierung Kanak Attak, die eine migrantische Perspektive „jenseits von Identitätspolitik“ eröffnen will.

Seit Anfang der 1990er Jahre ist Ipekçioğlu als DJ bzw. DJane Ipek in der Berliner Clubszene ein bekannter Discjockey.

Resident DJ ist sie wenn im SO36 die monatliche Kreuzberger HomOriental Nacht Gayhane stattfindet. Daneben ist sie auch Resident DJ beim Berliner Club Deewane, der Hamburger Gay-Orient-Kitchen und im Orient in Stockholm.

In Deutschland legte Ipek Ipekçioğlu auch bei Großveranstaltungen wie der Berlinale oder dem Karneval der Kulturen auf und hat sich zudem durch zahlreiche Auftritte im Ausland in Clubs und auf Festivals (u.a. New York City, Amsterdam, Mali, Salvador da Bahia, Istanbul, Glasgow und Peking) international einen Namen gemacht.

Ihre stilbildende Mixtur aus Techno und Bauchtanzrhythmen, aus orientalischen, türkischen, kurdischen, aber auch anderen, z.B. griechischen, indischen oder karibischen Musikelementen ist als „Berliner Ethno-House“ bezeichnet worden

2006 gab die Berlinerin das Album Beyond Istanbul heraus, das im In- und Ausland sehr positive Kritiken erhielt.

Ipeks Kompilation Import Export a la Turka (2007) beschäftigte sich mit „der deutsch-türkischen Musik von den 90ern bis heute. In den letzten Jahren komponierte DJ Ipek außerdem eine kleinere Azahl Jingles und Filmmusiken.

In Schweden wurde sie durch das Homosexuellen-Magazin QX zum hippesten DJ Europas gewählt. Eine weitere internationale Auszeichnung war ein Sieg Ipekçioğlus bei der World Beat DJ Competition 2005 in London. Ihre CD Beyond Istanbul bekam einen Platz auf der Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik.