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Veranstaltungsbericht

Das Institut for Cultural Diplomacy und die Bundeszentrale für politische Bildung öffneten erneut die Türen des Amerika Hauses für die fünfte Veranstaltung der Reihe Black History Month in Berlin. Diesmal bestand Abend aus einer Podiumsdiskussion und einem Latin Jazz Konzert,  welches die Gäste auf eine musikalische Reise in ferne Länder entführen sollte.

Der Gründer des ICD, Mark Donfried, begrüßte die Audienz und leitete den ersten Teil des Abends ein, welcher darin bestand Mahoma (1932-2004) Tribut zu zollen. Mwaungulu war eine beeindruckende Persönlichkeit für die afrikanische Diaspora. Knollys Mwanyongo, ein Kindheitsfreund aus Tanzania, erzählte seine ergreifende Lebensgeschichte und beschrieb ihn als einen „ Humanist, Pazifist und Revolutionär“. Er durchlief viele politische Stationen in seinem Leben, sei es in Afrika oder Deutschland gewesen, blieb immer aktiv in der Afrikanischen Community und gründet dann 1997 mit Gleichgesinnten das Panamerikanische Forum e.V, in welchem er sich bis kurz vor seinem Tod noch engagierte. Sein Freund und Kollege vom Panamerikanischen Forum e.V, Dr. Wilfred Imoudu , schloss sich Mwanyogo an und ehrte außerdem noch Mwaungulus Hingabe und selbstlose Art.  

Im Anschluss eröffnete Moderatorin Adetoun Adebisi-Küppers die Diskussionsrunde. Gäste an diesem Abend waren: Franklin Mikangou (Vorsitzender, Beto e.V), Andre Degbeon (Gründer, Afro TV), Abenaa Adomako (Mitbegründerin, Initiative Schwarzer Deutscher) und Natasha Kelly (Herausgeberin, X-Magazin).

Es ging los mit der Frage nach der vorherrschenden Perspektive in Deutschland für Afro-Deutsche. Andre Degbeon stellte klar, dass er nicht die Perspektive der „armen Afrikaner“ einnehmen möchte und betonte, dass man in dieser Hinsicht aktiver werden müsse. Sein Hauptanliegen ist die Nachwuchsförderung Afro-Deutscher Kinder,  was er mit dem Projekt - einen ersten afrikanisch-deutschen Kindergarten -in die Tat umsetzt. Franklin Mikangou erzählte, dass es in der Vergangenheit, auf Grund von einseitiger, subjektiver Berichterstattung, immer wieder Missverständnisse zwischen Europa und Afrika gegeben hat. Alle waren sich einig, dass die Presse ein verzerrtes Bild von Afrika vermittelt  indem sie nur über die 3 K`s berichtet: Kriege, Krisen und Katastrophen. Nun gelte es dieses Bild wieder geradezurücken. Die Gründung seines Vereins Beto e.V, ein Projekt zur Förderung der afrikanischen Kultur und Entwicklungszusammenarbeit, ist ein erster Schritt in diese Richtung. Abenaa Adomako, welche der dritten Generation Afro-Deutsche angehört, bemerkte, dass die Perspektiven für Afro-Deutsche sich in Deutschland zunehmend zum Positiven verändern. Der Grund hierfür ist, dass in den letzten 20 Jahren  ein afro-deutsches Bewusstsein entstanden ist. Es gebe heute sogar einen Hype auf die afrikanische Diaspora, so Natasha Kelly. Während früher die afrikanischer Diaspora nur im Bereich Sport und Musik Anerkennung bekamen, kann man heute, unter anderem dank Barrack Obama, davon ausgehen, dass die Afrikanische Diaspora auch auf politischer Ebene Anerkennung findet.

Alle Redner an diesem Abend waren sich einig, dass die Berichterstattung über Afrika sich ändern muss, dass man afro-deutschen Kindern Perspektiven bieten muss um ihnen die Identitätssuche zu erleichten und, dass Deutschland seine kulturelle Diversität schätzen lernen muss. Mit diesem Schlusswort folgte eine kurze Frage und Antwortrunde bevor es zum musikalischen Teil des Abends überging.

Nach dieser informativen Diskussionsrunde folgte ein Konzert der „Fuasi´s Latin Jazz Connection“, welches eine ausgefallene Kombination von afrikanischen und europäischen Harmonien, Melodien und Rhythmen werden sollte. Als es losging überzeugte Fuasis feuriges Saxophon, die kraftvolle Stimme der Sängerin Pina Lopez und die außergewöhnlichen Instrumentalisten das Publikum im Handumdrehen. Es wurde getanzt, gelacht und bis spät in die Nacht gefeiert!